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320MV2105






















UNTITLED [REFLECTIONS #9]























UNTITLED [RECORDINGS #12]























UNTITLED [MANIFESTATIONS #2]























UNTITLED [MANIFESTATIONS #11]























UNTITLED [RECORDINGS #5]























UNTITLED [MANIFESTATIONS #3]























OHNE TITEL [RECORDINGS #3]























UNTITLED [REFLECTIONS #4]























UNTITLED [RECORDINGS #4]























UNTITLED [RECORDINGS #6]























UNTITLED [RECORDINGS #12]























UNTITLED [MANIFESTATIONS #7]























UNTITLED [MANIFESTATIONS #8]























UNTITLED [RECORDINGS #1]























UNTITLED [RECORDINGS #7]























UNTITLED [RECORDINGS #2]























UNTITLED [MANIFESTATIONS #12]























UNTITLED [MANIFESTATIONS #13]























UNTITLED [RECORDINGS #11]


320MV2105

These images are part of a two-year project entitled 320MV2105, the archive number of a camp in the former German Democratic Republic, now abandoned. The images show the remaining urban structures of the camp, on different perception levels.

Zur DDR-Zeit galt das Ostseebad Prerow als das „Mallorca des Ostens“ und war bekannt für riesige Zeltlandschaften zwischen den Dünen und den zahlreichen Diskotheken, aber auch für sein Ausbildungslager der Gesellschaft für Sport- und Technik (GST) „Egon Schultz“. Die GST war konzipiert als eine Massenorganisation für sportlich und technisch Interessierte mit Fokus auf eine vormilitärische Ausbildung von Jugendlichen im Rahmen einer gemeinsamen Freizeitgestaltung. Typische Angebote waren u.a. militärischer Mehrkampf, Sportschießen, Seesport, Tauchsport, Schiffs- und Automodellsport. Das „Sport- und Touristikcamp Egon Schultz“ in Prerow umfasste 76 Wohngebäude und drei angrenzende Wohnhäuser. In den 1970er Jahren durchliefen etwa 550 Jugendliche gleichzeitig das Prerower Lager, begleitet von etwa 50 Ausbildern und Betreuern. Nach Gründung 1952 wurde die GST mit der Wiedervereinigung im Frühjahr 1990 aufgelöst. In der Liste der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS), die als Treuhandanstalt mit der Privatisierung volkseigenen Unternehmen betraut wurde, wird das Camp unter der Nummer 320MV2015-01 bis -04 geführt. Das Gelände liegt am bewaldeten Ortsrand von Prerow und wurde mit Auflösung des Lagers sich selbst überlassen. Zerfall, Vandalismus und Wildwuchs prägen heute das Bild des einstigen Lagers.
Die Fotografien zur Serie 320MV2105 zeigen die noch vorhandenen urbanen Strukturen des ehemaligen Lagers auf verschiedenen Wahrnehmungsebenen. Die Aufnahmen lassen sich untergliedern in die Einzelserien REFLECTIONS, MANIFESTATIONS und RECORDINGS. REFLECTIONS stellt den Fotografen in den unmittelbaren Dialog mit den Objekten. Durch Spiegelungen und Schattenrisse wird der ansonsten „stille Beobachter“ selbst mit seiner Umgebung konfrontiert und Teil des Ganzen. MANIFESTATIONS löst die komplexen Realitätsgebilde durch die Nutzung geometrischer und abstrakter Formen in einfachere Strukturzusammenhänge auf und offenbart gleichzeitig Eindrücke aus der damaligen Zeit. Die Teilserie RECORDINGS beinhaltet dagegen eine ganzheitlich gegenständliche Protokollierung des momentanen Zustandes der Objekte.
Die Aufnahmen entstanden zwischen von 2012 bis 2013 durch mehrmalige Besuche des Geländes unter Berücksichtigung gleichartiger Wetterbedingungen und Tageszeiten.